Veranstaltungen

Nachhören Leipziger Buchmesse 2019

Vielen Dank an literadio für die Aufzeichnungen.

Über Abtreibung schreiben

Das Schreiben über Abtreibungen ist politisch, es wird kriminalisiert und kann Leben retten.
Mit Kristina Hänel (Ärztin und Autorin), Tina Reis (feministclickback.org) und Lena Luczak (Lektorin Wagenbach Verlag)
Moderation: Lisa Mangold, #verlagegegenrechts

Aufzeichnung der Diskussion am 22.3.2019 auf der Leipziger Buchmesse, organisiert von #verlagegegenrechts.

Wie politisch ist der Buchhandel?

Bücher mit rechten Positionen moderiert im Laden anbieten oder erst gar nicht sichtbar machen?
Mit Karla Kutzner (Buchhandlung Interkontinental), Annekatrin Grimm und Daniela Weiß (Buchhandlung Montag) und Steffen Ille (Buchhandlung Lehmanns Leipzig), Moderation: Sophie Sumburane

Aufzeichnung der Diskussion am 22.3.2019 auf der Leipziger Buchmesse, organisiert von #verlagegegenrechts.

Selbstbewusst nach links statt von Rechten treiben lassen

Mitten im Verlagssterben entstehen neue linke Zeitschriften. Was ist ihre Motivation?
Mit Ines Schwerdtner (Ada Magazin), Lou Zucker (Neues Deutschland Aktuell, Online-Magazin Supernova) und Susann Witt-Stahl ( Melodie und Rhythmus), Moderation: Hannah Eberle (Geschäftsführerin der Analyse und Kritik)

Aufzeichnung der Diskussion am 22.3.2019 auf der Leipziger Buchmesse, organisiert von #verlagegegenrechts.

Queens Against Borders: Die Auseinandersetzung mit den Rechten und der Kampf für LGBTIQ*-Rechte

Aufzeichnung der Diskussion am 22.3.2019 auf der Leipziger Buchmesse, organisiert von #verlagegegenrechts.

Gut vernetzt, und nun?

Können Unterschriftenlisten, offene Briefe und Flashmobs Demokratie und Meinungsfreiheit schützen?
Mit Jörg Albrecht (Autor, Teil des Kollektivs Nazis und Goldmund und von DIE VIELEN), Manuela Lück ( Referentin für Bildung, Kultur sowie Arbeit und Soziales bei der SPD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt), Bianca Klose (Mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus), Moderation: Lisa Mangold #verlagegegenrechts

Aufzeichnung der Diskussion am 23.3.2019 auf der Leipziger Buchmesse, organisiert von #verlagegegenrechts.

Macht Sprache mächtig?

Sprache prägt unsere Vorstellung von der Welt. Doch wer darf an der Geschichte mitschreiben?
Mit: Luise F. Pusch (Professorin für Sprachwissenschaft und Autorin), Fatma Aydemir (taz-Redakteurin, Romanautorin, Essayistin und Herausgeberin), Lea Sauer (Autorin, Deutsches Literaturinstitut Leipzig), Moderation: Mohamed Amjahid (Journalist)

Aufzeichnung der Diskussion am 23.3.2019 auf der Leipziger Buchmesse, organisiert von #verlagegegenrechts.

Leipziger Buchmesse 2019

Mittwoch, 20.03.2019

 18:00 – 20:00 // Augustusplatz vor dem Gewandhaus

Kundgebung: Keinen Regalmeter für Faschismus


Donnerstag, 21.03.2019

13:00 – 14:00 //         Ort: Forum Sachbuch Halle 5, Stand F401/G410

Weiblich schreiben – von Frauenthemen und Männerkompetenz

Warum ist der männliche Blick so dominant? Wie und worüber schreiben Frauen, und muss es dafür extra Regale geben?

Mit Doris Hermanns (Autorin), Doris Akrap (Journalistin) und Janet Clark (Autorin) Moderation: Zoë Beck

Frauenliteratur ist ein abwertender Begriff für diejenigen, die sich lieber mit „echter“, „ernsthafter“, „preiswürdiger“ Literatur befassen. Frauenliteratur gilt als anspruchslos und „gefühlig“, stilistisch durchschnittlich bis zweifelhaft, man nimmt an, dass es um Liebe und Familie geht.

Im Sachbuch lässt man Frauen lieber über Ernährung und Erziehung schreiben, vielleicht noch über andere Frauen, aber nicht so gern über Wissenschaft und Politik.

Und die Zeitungsredaktionen sind vorwiegend männlich besetzt, es gibt immer noch signifikant weniger Frauen in den Chefredaktionen als Männer. Warum ist das eigentlich so?

Warum wird mehr Literatur von Männern besprochen, selbst von Rezensentinnen? Warum werden mehr Männer im Hardcover veröffentlicht als Frauen? Warum beinhalten Leselisten mit den „wichtigsten“ und „besten“ Büchern, ob nun im Sachbuch oder der Belletristik, vorwiegend Bücher von Männern? Warum gehen die meisten Literaturpreise an Männer? Wo muss angesetzt werden, um dieses Ungleichgewicht nachhaltig zu beheben?


15:00 – 16:00 //         Ort: Leseinsel Sachbuch + Buchkunst: Halle 3, Stand B600

„Das Boot ist voll“? Auf der Suche nach neuen Geschichten gegen rechte Märchen

Die Macht der Erzählung: Geschichten einer offenen und solidarischen Gesellschaft.

Podiumsdiskussion mit Julia Fritzsche, Journalistin und Autorin; Sophie Sumburane, Buchhändlerin und Autorin; Werner Treß, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg und aktiv im Bündnis #Unteilbar und Emily Laquer, Verlagsmitarbeiterin und Aktivistin.

Julia Fritzsche schreibt Radiofeature, Texte und Fernsehbeiträge zu gesellschaftspolitischen Themen wie Geschlecht, Migration, Armut, Stadtentwicklung, Protestbewegungen und Sprache für den Bayerischen Rundfunk, arte u.a. Pünktlich zur Buchmesse erscheint ihr Buch „Tiefrot und radikal bunt. Für eine neue linke Erzählung“ bei Edition Nautilus: ein Plädoyer für eine verführerische, begeisternde Erzählung, die die soziale Frage neu und den Kapitalismus wieder in Frage stellt, und dabei keinen Rückschritt in Sachen diversity macht.

Sophie Sumburane ist Autorin, Rezensentin und Gründerin des Literaturportals LitAfrika.com, welches ausschließlich ins Deutsche übersetzte Literaturen des afrikanischen Kontinents vorstellt. Außerdem arbeitet sie als Buchhändlerin in einer Inhaberinnen-geführten Buchhandlung in Potsdam. So ist sie sowohl in Ihrer Arbeit als Rezensentin, aber auch in der Buchhandlung täglich mit der Frage konfrontiert, welche Erzählungen, Geschichten und Sichtweisen muss und sollte ein besonderer Platz eingeräumt werden und warum. Welches Buch bespreche ich, bei der alljährlichen Masse an Neuerscheinungen? Welches lege ich ganz vorn auf den Tisch? In ihren Augen ist auch das ein Beispiel implizit antirassistischer Praxisarbeit.

Werner Treß ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg und aktiv im Bündnis #Unteilbar. Am 13. Oktober 2018 demonstrierten in Berlin über 242 000 Menschen unter dem Motto „Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung.“ Das Bündnis hat weitere Aktionen für 2019 angekündigt. Im November erschienen die gesammelten Reden im Ullstein Verlag.

Emily Laquer ist Aktivistin der interventionistischen Linken und engagiert sich bei Seebrücke, der Bewegung gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung und für sichere Fluchtwege. Sie arbeitet im Hamburger Argument Verlag, wo sie für Presse und Veranstaltungen zuständig ist. Im Herbst 2019 erscheint im Unrast Verlag ihre Übersetzung von „Re:Imagining Change: How to Use Story-Based Strategy to Win Campaigns, Build Movements, and Change the World“.


16:00 – 17:00 //         Ort: Forum Sachbuch Halle 3, Stand E201

Bei aller Toleranz. Eine Broschüre, ein Bildungsplan und die Angst vor „Frühsexualisierung“

Pädagogischer Umgang mit sexueller Vielfalt, elterliche Sorgen und politische Instrumentalisierung

Mit Karen-Susan Fessel (Schriftstellerin), Thomas Kugler und Stephanie Nordt (Bildungsinitiative Queerformat, KomBi – Kommunikation und Bildung)

Moderation: Martina Weigel

Der 2015 veröffentlichte Bildungsplan für Schulen in Baden-Württemberg löste bereits im Vorfeld heftige Diskussionen aus. Kritik an den Neuerungen, nach denen auch nicht-heterosexuelle Lebensweisen im Unterricht der Oberschulen thematisiert werden sollten, kam von konservativen und rechten Parteien, aber auch von Eltern, die eine „Frühsexualisierung“ ihrer Kinder befürchteten. 2018 gaben das Sozialpädogogische Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg und die Bildungsinitiative Queerformat eine „Handreichung für pädagogische Fachkräfte der Kindertagesbetreuung“ – Murat spielt Prinzessin, Alex hat zwei Mütter und Sophie heißt jetzt Ben – heraus. Auch hier reagierten vor allem Medien und Rechtspopulisten; von vermeintlichen „besorgten Eltern“ wurden Fehlinformationen verbreitet. Worum geht es in der umstrittenen Broschüre, was beinhaltet der aktualisierte schulische Bildungsplan? Inwieweit bedient die Neue Rechte Ängste von Eltern, welche Sorgen werden geschürt, wo gezielt falsche Informationen gestreut?


Freitag, 22.03.2019

13:00 – 14:00 //         Ort: Leseinsel Sachbuch + Buchkunst: Halle 3, Stand B600

Queens Against Borders: Die Auseinandersetzung mit den Rechten und der Kampf für LGBTIQ*-Rechte

Mit Olympia Bukkakis (Organisatorin der Plattform „Queens Against Borders“ und Berliner Künstlerin)


15:00 – 16:00 //         Ort: Leseinsel Sachbuch + Buchkunst: Halle 3, Stand B600

Selbstbewusst nach links statt von Rechten treiben lassen

Mitten im Verlagssterben entstehen neue linke Zeitschriften. Was ist ihre Motivation?

Mit Ines Schwerdtner (Ada Magazin), Lou Zucker (Neues Deutschland Aktuell, Online-Magazin Supernova) und Susann Witt-Stahl ( Melodie und Rhythmus)

Moderation: Hannah Eberle (Geschäftsführerin der Analyse und Kritik)

Drei linke Magazine haben einen (Neu-)Start gewagt, ihre Gründungstexte lesen sich wie Manifeste. „Das unbescheidene, langfristige Ziel von Ada ist die Demokratisierung aller Lebensbereiche.“ So die Selbstbeschreibung des Ada Magazins; Autorinnen, Künstlerinnen, Forscherinnen und Aktivistinnen sollen durch das Magazin zusammengebracht werden um gemeinsam über den Tellerrand zu schauen. Supernova ist angetreten „um den Journalismus zu retten: links, feministisch, divers und mit Style“. Und Melodie und Rhythmus kündigt ihren Neustart unter „Die Waffe der Kritik hat wieder ein Magazin!“ an.
Was ist die journalistische und politische Idee hinter den Magazinen? Geht es darum Debatten abzubilden, zu ermöglichen oder zu bestimmen? Ist Gegenkultur die linke Antwort auf den „Kulturkampf von Rechts“? Wie aktivistisch darf ein journalistisches Magazin sein?


16:00 – 17:00 //         Ort: Forum Sach-u.Fachbuch: Halle 3, Stand H300

Wie politisch ist der Buchhandel?

Bücher mit rechten Positionen moderiert im Laden anbieten oder erst gar nicht sichtbar machen?

Mit Karla Kutzner (Buchhandlung Interkontinental), Annekatrin Grimm und Daniela Weiß (Buchhandlung Montag) und Steffen Ille (Buchhandlung Lehmanns Leipzig)

Moderation: Sophie Sumburane

Bücher von rechten Akteur*innen, mit rechtem Gedankengut, aus rechten Verlagen – wie soll eine Buchhandlung da agieren? Manche wollen sie nicht im Laden haben, bestellen sie aber auf Wunsch der Kundschaft. Andere stellen sie moderiert ins Regal. Wieder andere haben sie kommentarlos vorrätig, wenn es sich um Bestseller oder häufig besprochene Titel handelt. Ist die Weigerung, solche Bücher im Laden zu haben, wirklich eine Art „Zensur“? Wird die Kundschaft, wenn rechte Publikationen verfügbar sind, dadurch tatsächlich erst auf sie aufmerksam, quasi angefixt? Soll, darf man besagte Titel sichtbar machen, oder erhöht es gar den Reiz, sie erst gar nicht vorrätig zu haben? Und warum eigentlich wird gerade bei Büchern aus der rechten Ecke so eine Diskussion losgetreten, wo doch ganz klar sein sollte: Eine Buchhandlung kann niemals immer alle Titel vorrätig haben, und kein Verlag, kein*e Autor*in hat ein Recht darauf, im Schaufenster zu liegen oder auch nur im Regal zu stehen.


Samstag, 23.03.2019

12-13 Uhr //   Ort: Forum Sachbuch Halle 3, Stand E201

Über Abtreibung schreiben

Das Schreiben über Abtreibungen ist politisch, es wird kriminalisiert und kann Leben retten.

Mit Kristina Hänel (Ärztin und Autorin), Tina Reis (feministclickback.org) und Lena Luczak (Lektorin Wagenbach Verlag)

Moderation: Lisa Mangold, #verlagegegenrechts

In Deutschland ist es schwer Informationen zu Schwangerschaftsabbrüchen zu erhalten. Im Internet wimmelt es von Fehlinformationen, Ärzt*innen dürfen nur eingeschränkt aufklären, das Thema ist tabuisiert … Das Schreiben über Abtreibungen ist politisch und subversiv, es kann kriminalisiert werden und ist zugleich so wichtig für Betroffene und ihre Unterstützer*innen. Wir wollen über das Potential des Schreibens und Sprechens über Abtreibung diskutieren: über die Folgen der Tabuisierung, echte Gefühle und politische Forderungen.


14:00 – 15:00 //         Ort: Leseinsel Sachbuch + Buchkunst: Halle 3, Stand B600

Weiter Schreiben: Schriftsteller*innen aus Krisengebieten auf dem deutschen Buchmarkt

Wie möchten Autor*innen aus Krisengebieten mit ihrem Schreiben in Deutschland wahrgenommen werden?

Mit Widad Nabi und Ramy al-Asheq

Moderation: Miriam Kruse (Magazin Stimme)

Im Projekt Weiter Schreiben sind Autorinnen*innen verschiedenster Hintergründe zusammenkommen. Sie schreiben Lyrik oder Prosa, arbeiten journalistisch oder an Romanen. Was sie vereint, ist, dass sie aus Krisengebieten stammen und in jetzt in Deutschland weiter schreiben und publizieren. Im Podiumsgespräch berichten Widad Nabi und Ramy Al-Asheq von ihren bisherigen Erfahrungen und ihren Wünschen für das „Weiterschreiben“. Wie erleben sie das Ankommen auf dem deutschen Buchmarkt, wie möchten sie dort wahrgenommen werden? Was brauchen sie, um weiterzuschreiben, und wer ist ihr Publikum? Dazu werden Widad Nabi und Ramy Al-Asheq Einblicke in ihre aktuellen literarischen Projekte geben.

Die kurdisch-syrische Lyrikerin Widad Nabi wurde 1985 in Kobane/Syrien geboren und lebt heute in Berlin. Sie hat mehrere Bücher in arabischer Sprache veröffentlicht, in Deutschland veröffentlichte sie unter anderem im Kursbuch, auf Spiegel Online und in verschiedenen Anthologien. Ihr erste Gedichtsammlung in deutscher Sprache Kurz vor dreißig…küss mich (Sujet Verlag) erscheint in diesem Frühjahr. Ramy Al-Asheq ist ein syrisch-palästinensischer Lyriker, Journalist und Kurator. Er hat fünf Gedichtbände auf Arabisch veröffentlicht, in diesem Frühjahr folgt mit Gedächtnishunde (Sujet Verlag) sein erster Band in deutscher Sprache, zudem ist er Herausgeber des deutsch-arabischen Kulturmagazins FANN. Beide Autor*innen publizierten zudem in der Weiter-Schreiben-Anthologie Das Herz verlässt keinen Ort, an dem es hängt (Ullstein 2018).


14:00 – 15:00 //         Bühne der Unabhängigen, Halle 5, H309

Gut vernetzt, und nun?

Können Unterschriftenlisten, offene Briefe und Flashmobs Demokratie und Meinungsfreiheit schützen?

Mit Jörg Albrecht (Autor, Teil des Kollektivs Nazis und Goldmund und von DIE VIELEN), Manuela Lück ( Referentin für Bildung, Kultur sowie Arbeit und Soziales bei der SPD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt), Bianca Klose (Mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus),

Moderation: Lisa Mangold #verlagegegenrechts

Vor einem Jahr wurde der Aufruf von „Verlage gegen Rechts“ von zahlreichen Verlagen und Verlagsmenschen unterzeichnet. Im November schlossen sich Kulturinstitutionen und -schaffende unter dem Namen „DIE VIELEN“ zusammen und verpflichteten sich, solidarisch untereinander zu sein und in die politische Diskussion zu gehen. Unter den Unterzeichnenden waren auch renommierte große Theater und Opernhäuser. Die Bündnisse wollen die Freiheit der Kunst und Kultur erhalten sowie Kulturschaffende schützen. „Verlage gegen Rechts“ und „DIE VIELEN“ erhielten eine große Medienresonanz, positiv wie kritisch, und auch einige Anschuldigungen wie z.B.: Kostenlose Werbung für die Rechten seien diese Zusammenschlüsse, die Statements seien hohle Phrasen und würden Zensur statt Meinungsfreiheit fordern. Als Antwort auf diese Kritiken diskutieren wir darüber, ob die Freiheit der Kunst tatsächlich gefährdet ist und worin genau die Strategie besteht, die viel beschworene Solidarität auch umzusetzen.
Was für die politische Arbeit in der Praxis solche Zusammenschlüsse tatsächlich erreichen können, weiß Manuela Lück aus ihrer Arbeit als Kultur- und Bildungsreferentin der SPD in der Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt zu berichten. Sie beschäftigt sich dort seit Längerem mit der Kulturpolitik der AfD. Ergänzt werden diese Einschätzungen von der Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus.


16:00 – 17:00 //         Ort: Forum Literatur Halle 5, Stand K600

Macht Sprache mächtig?

Sprache prägt unsere Vorstellung von der Welt. Doch wer darf an der Geschichte mitschreiben?

Mit: Luise F. Pusch (Professorin für Sprachwissenschaft und Autorin), Fatma Aydemir (taz-Redakteurin, Romanautorin, Essayistin und Herausgeberin), Lea Sauer (Autorin, Deutsches Literaturinstitut Leipzig).

Moderation: Mohamed Amjahid (Journalist)

Dass Sprache Ausdruck von Herrschaft ist und diese reproduziert, wird gemeinhin angenommen. Interessant sind die Strategien, wie diese Reproduktion aufgebrochen, wie Sprache verändert werden kann und wie sich Marginalisierte diese aneignen können. Zwei Vertreterinnen, die diesen gleichermaßen produktiven wie kritischen Umgang mit Sprache pflegen und an andere vermitteln, sind Luise F. Pusch und Fatma Aydemir. Die Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch setzt sich bereits seit den siebziger Jahren für eine gendergerechte Sprache ein (z.B. in dem Buch „Deutsch als Männersprache“) und hat die feministische Linguistik gerade in ihren Anfängen in Deutschland stark geprägt. Die erfolgreichen Errungenschaften dieses Diskurses werden in letzter Zeit wieder verstärkt angefeindet. Die taz-Redakteurin Fatma Aydemir stellt in ihrem Debütroman „Ellbogen“ und in der von ihr mitherausgegebenen Anthologie „Eure Heimat ist unser Albtraum“ schonungslose Perspektiven auf die rassistische und antisemitische Gesellschaft vor. Inmitten des Buchmessentrubels stellen wir dabei auch die Frage, wer es derzeit schafft publiziert zu werden und wessen Stimme gehört wird.


19:00-21:00 //             IFZ, Institut für Zukunft, An den Tierklinken 38–40, 04103 Leipzig

Podiumsdiskussion „Alltag im unruhigen Hinterland“


Veranstaltung fällt leider aus.

19:00 – 21:00 //        Evangelisches Studienhaus, Sommerfelder Straße 20, 04299 Leipzig

Wie weit ist zu weit? Gesellschaftliche Akteure unter Druck

Wie gehen Verlage, Schulen, Kirchgemeinden mit zunehmendem öffentlichen Druck auf ihre Arbeit um?

Mit Maria Kluge (Lehmanns Media Leipzig, Veranstaltungen & Standortmarketing), Dorothea Forch (Ver.di, Gewerkschaftssekretärin), Jörg Riemer (BBS Burgenlandkreis, Schulleiter), Pierre Schüssler (Jugendpfarramt Leipzig), Simone Barrientos (Bundestagsabgeordnete)

Moderation: Chistiane Ille (Verlag Ille & Riemer GbR, Autorenbetreuung)


Sonntag, 24.03.2019

14:00 – 15:00 //         Stand des „Freitag“ Halle 5 H411/413

Diskussion mit #verlagegegenrechts: Positionierung – Herausforderungen – Haltung

Mit: Thomas Wagner (Autor), Ines Schwerdtner (Ada Magazin), Lisa Mangold (#verlagegegenrechts)

Moderation: Mladen Gladić (Redakteur Der Freitag)


15:00 – 16:00 //         Ort: Forum Sachbuch Halle 5, Stand F401/G410

Digitale Gewalt

Was ist digitale Gewalt, wie verbreitet ist sie, und wie beeinflusst sie unser Publikationsverhalten?

Mit Anne Roth (Referentin für Netzpolitik der Linksfraktion) und Viet Hoang (Amadeu Antonio Stiftung, Projektleitung de:bate)

Moderation: Sophie Sumburane

Wie kann auf digitalem Weg Gewalt ausgeübt werden? Welche Auswirkungen auf die Betroffenen hat diese Form von Gewalt? Wie gehen Behörden damit um – hat die Polizei, hat die Politik schon eine Antwort gefunden? Trifft es Frauen dabei härter als Männer? PoC mehr als Weiße? Welche Strategien kennt man, um gegen die Ausübenden digitaler Gewalt vorzugehen? Wo und wie finden Betroffene wirklich Hilfe? Anne Roth (Netzpolitik-Referentin bei der Linksfraktion) und Viet Hoang (Projektleiter #wildwildweb?! bei der Amadeu Antonio Stiftung) sprechen mit Sophie Sumburane (Kulturjournalistin) über die unterschiedlichen Formen digitaler Gewalt und unsere Verantwortung als Gesellschaft.






FRANKFURTER BUCHMESSE 2018

Kulturkampf – Rechte Phantasie oder gesellschaftliche Realität?

Samstag, 13. Oktober 2018 von 16:00 bis 17:00

Publishing Services & Retail Stage, Halle 4.0 E 94

Die Bedrohung der „eigenen Kultur“ wird von rechten Akteuren behauptet und der „Kulturkampf“ ausgerufen. Das Szenario der Bedrohung dient als Begründung für ihre Motivation und Radikalität. Was auffällt: In den letzten Monaten lassen sich auch im Feuilleton immer wieder Beschreibungen eines »Kulturkampfs« finden. Was einst bloß eine rechte Inszenierung war, wird als Begriff aufgenommen. Die Proteste auf der Buchmesse gegen rechte Verlage sei ein Teil des „Rechts-links-Kulturkampfes“, hieß es in der Wochenzeitung DIE ZEIT im Anschluss an die Leipziger Buchmesse 2018. Verleger*innen sprechen von einer politischen Radikalisierung der eingereichten Manuskripte und meinen, einen Kulturkampf zu spüren.
Wir wollen den vermeintlichen Kulturkampf in den Blick nehmen. Fragen in der Diskussion: Macht es Sinn, von einem Kulturkampf zu sprechen? Was soll damit ausgedrückt werden? Was ist die Strategie rechter Kulturpolitik? Und wie sehen alternative Analysen der politischen Situation aus?

Diskussionsteilnehmer*innen:
Manuela Lück arbeitet als Referentin für Bildung, Kultur sowie Arbeit und Soziales bei der SPD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt. Sie beschäftigt sich mit der Kulturpolitik der AfD.

Klaus Weber, Prof. Dr. phil. habil., Erzieher und Diplompsychologe, lehrt an der Hochschule München für angewandte Sozialwissenschaft Psychologie. In diversen Veröffentlichungen und Beiträgen beschäftigte er sich mit Faschismus. 2018 ist von ihm erschienen: Resonanzverhältnisse. Zur Faschisierung Deutschlands (Argument_Ariadne).

Dr. Sven Sappelt realisiert als Kulturwissenschaftler, Kurator und Kulturmanager transdisziplinäre Kunst- und Kulturprojekte in verschiedenen Kontexten und gründet derzeit gemeinsam mit Kolleg*innen ein neues Institut für Kulturpolitik in Berlin.

Moderation:
Lisa Mangold ist Mitinitiatorin der Kampagne Verlage gegen Rechts


LEIPZIGER BUCHMESSE 2018

„Die Gedanken sind bunt“

Unsere Veranstaltungen während der Leipziger Buchmesse 2018

Überblick zum Runterladen

Mittwoch 14.3.18

Meinungsfreiheit nutzen, Rechten widersprechen

17.30 Uhr, Augustusplatz 15, 04109 Leipzig (Am Mendebrunnen)

Kundgebung von #verlagegegenrechts und Initiativen aus Leipzig und Halle vor der feierlichen Eröffnung der Leipziger Buchmesse. Für mehr Informationen: zum Facebook-Event

DONNERSTAG 15.3.18

In der Mitte der Gesellschaft? – LGBTIQ-Rechte im Fokus

15-16 Uhr, Forum Sachbuch, Halle 3

Spätestens seit dem politischen Erfolg der „Ehe für alle“-Kampagne behaupten viele, es gebe auf dem Gebiet Rechte für schwule, lesbische, bisexuelle, intersexuelle sowie queere Menschen und Transpersonen (kurz LGBTIQ-Rechte) keine Forderungen mehr und LGBT-Menschen seien ja endlich „in der Mitte in der Gesellschaft“ angekommen. Die harte Realität sieht da nach wie vor völlig anders aus.

Ob im Arbeitsleben oder auf der Straße, ob in linksliberalen oder rechtspopulistischen Kreisen, in Familien wie in den Medien – LGBTIQ-Menschen sind nach wie vor Diskriminierung und Benachteiligung ausgesetzt. Gesetze sowie eine aufgeschlossenere öffentliche Meinung vermögen da nur bedingt andere Realitäten zu schaffen. Durch den gewaltigen Rechts-Ruck und ein breites reaktionäres Rollback auf der lokalen wie globalen Bühne sehen sich viele mit altbekannten wie auch mit neuen Formen der Ungleichbehandlung konfrontiert. Sie kämpfen um Sichtbarkeit, um Anerkennung, um Respekt. Kurzum: um gleiche Rechte. Wie wir diese Interessen trotz der stärker werdenden populistischen Tendenzen im aktuellen politischen Diskurs in den Mittelpunkt rücken können – darüber wollen wir diskutieren.

Mit: Stephanie Kuhnen ist Journalistin, Autorin und Projektmanagerin und lebt seit 20 Jahren in Berlin. Politisch sozialisiert und aktiv zwischen Aids-Pandemie und autonomer Lesbenbewegung in den 80ern, in den 90ern zwischen Gay Liberation und sexpositivem Feminismus. Seit 2010 widmet sie sich dem Schreiben aus homosexueller und LSBT-Perspektive – unter anderem für L-MAG, Siegessäule, Queer.de. Der von ihr herausgegebene Sammelband Lesben raus! – Für mehr lesbische Sichtbarkeit erschien 2017 im Querverlag Berlin.

Johannes Kram ist Autor, Blogger und Marketingstratege. Sein Nollendorfblog („Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber“) erhielt 2016 eine Nominierung für den Grimme Online Award. Es ist eines der meistdiskutierten deutschen schwulen Blogs. Die „Charta der Vielfalt“ wählte ihn zum Themenbotschafter für den Bereich „Sexuelle Orientierung und Identität“. Sein Buch Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber … Die schrecklich nette Homophobie mitten in der Gesellschaft erschien Februar 2018.

Moderation: Steff Urgast ist Politikwissenschaftler_in, Redakteur_in und LGBT-Aktivist_in. Als Mitbegründer_in eines queer-feministischen Verlages, Chefredakteur_in des LGBT-Jugendmagazines „out!“ und Autor_in für u.a. die taz, Siegessäule und L-MAG ist es Steff ein politisches Anliegen, LGBT-Themen und gerade auch queer-feministische Sprachveränderungen medial präsent zu gestalten. Als langjährige Aktivist_in hat Steff zahlreiche Projekte begründet und begleitet, stets mit dem Ziel, Sichtbarkeit und gesellschaftliche Akzeptanz für LGBT zu schaffen.

Buchhandel gegen Rechts – Strategien im Umgang mit einer neuen gesellschaftlichen Situation

16:15 Uhr im taz.studio in Halle 5, H 408

Gespräch mit Jörg Braunsdorf (Tucholsky-Buchhandlung) und Thomas Krüger (Bundeszentrale für politische Bildung)

Rechtsradikale Stimmen werden im Bundestag und in Landes- und Stadtparlamenten lauter, sie beherrschen viele Debatten im Fernsehen und tragen ihren Hass auf die Straße. Sie artikulieren ihr Gedankengut aber auch in auflagenstarken Zeitschriften und Büchern. Der Buchhandel muss sich verstärkt damit auseinandersetzen. Nicht nur die Buchmesse wird damit zunehmend zu einem Ort konflikthafter Auseinandersetzungen, betrachtet man beispielsweise Angriffe von rechts auf Buchläden in jüngerer Zeit.

Jörg Braunsdorf, Inhaber der Tucholsky-Buchhandlung in Berlin-Mitte, engagiert sich seit vielen Jahren durch die Verbreitung von Meinungsvielfalt für eine offene Gesellschaft. In seinem Kiez hat er aber auch in einem Nachbarschaftsverbund mit Kundgebungen, Plakaten, Demonstrationen und zahlreichen Veranstaltungen gegen Rechts protestiert. Von diesen Initiativen und den Rückmeldungen der Kund*innen darauf berichtet Jörg Braunsdorf wie auch von seinen Wünschen an Verlage und Institutionen wie der Buchmesse.

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, hat sich im Dezember im „Börsenblatt des deutschen Buchhandels“ zu der momentan häufig diskutierten Frage nach Meinungsfreiheit angesichts der Präsenz rechter Verlage auf der Messe und in der Medienlandschaft geäußert: „Es geht zu weit, eine ‚Aushöhlung der Meinungsfreiheit‘ zu konstatieren, wenn gegen antidemokratische Ausgrenzung, Geschichtsklitterung und ‚alternative Fakten‘ rote Linien gezogen werden.“ Er benennt die Standards, die beim Umgang mit rechten Kräften etabliert werden sollten, und geht der Frage nach, ob diese Standards in Ostdeutschland in besonderem Maße umkämpft sind.

Die Moderation des Gesprächs zwischen den beiden übernimmt die stellvertretende Chefredakteurin der taz, Barbara Junge.

FREITAG 16.3.18

Flucht und Migration – Wessen Krise?

10-11 Uhr, Forum Sachbuch, Halle 5

Diskussion über Fluchtursachen und was wirklich hinter der sogenannten „Flüchtlingskrise“ steckt.

Mit der Verschärfung der Lebensumstände durch Krieg und Umweltkatastrophen im Nahen Osten und auf dem afrikanischen Kontinent wurden immer mehr Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Über den Landweg oder die Mittelmeerroute begaben sie sich in Richtung Osteuropa und darüber hinaus, um der lebensfeindlichen Umgebung zu entfliehen. Seit 2015 wurde in vielen Medien deshalb von einer „Flüchtlingskrise“ gesprochen – in einigen Medien wurden entmenschlichende Begriffe wie „Flüchtlingswelle“ oder „Flut“ gebraucht, als stünden wir vor einer Naturkatastrophe, die nicht aufzuhalten wäre und unter der gleichermaßen alle leiden. In dieser Diskussionsveranstaltung soll den wahren Ursachen für Flucht und Vertreibung auf den Grund gegangen und aufgezeigt werden, dass diese keinesfalls „natürlich“ und damit unabänderlich wären. Gleichzeitig wir die Frage besprochen, ob es sich um eine wirkliche Krise handelt, bzw. wessen Krise es ist und was Lösungsansätze fernab von geschlossenen Grenzen wären, sondern einen Ausblick auf ein solidarisches gemeinsames Leben aller in Deutschland Lebenden geben. Nicht zuletzt wird die Rolle der Medien untersucht und wie mit der Begrifflichkeit der „Krise“ ein Drohszenario aufgebaut wurde, auf dessen Grundlage es AfD, Pegida und Co. gelang, Unsicherheiten in Teilen der Bevölkerung für ihre rechten Ideologien auszunutzen.

Mit Sascha Staničić, Simone Barrientos, Rick Reuther

Mit Geschichten die Welt verändern – Literarische Kulturarbeit

14 – 15 Uhr Forum Literatur ‚buch aktuell‘, Halle 3

Kann Literatur aus anderen Ländern Vorurteile abbauen? Ist sie der richtige Ort für Verständigung?

Übersetzungsförderung ist nur ein Bereich, dem sich die Litprom (Gesellschaft für Literaturen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Arabische Welt) verschrieben hat. Ziel ist es, Bücher aus Ländern in den deutschsprachigen Raum zu holen, die sonst kaum eine Chance auf dem Markt hätten, weil sie nicht dem gewinnversprechenden Mainstream entsprechen. Wie wichtig ist die Vermittlung dieser Literatur, wer ist ihr Publikum, und warum gibt es so viele blinde Flecken in der literarischen Landschaft? Gerwig Epkes spricht darüber mit Anita Djafari, Geschäftsführerin der Litprom e.V., Buchhändler Detlev Patz, Übersetzerin Gudrun Fenna Ingratubun und Verlegerin Selma Wels (binooki).

Untergangster des Abendlandes. Ideologie und Rezeption der rechtsextremen ,Identitären‘

ABENDVERANSTALTUNG 19 – 20 Uhr Interim, Demmeringstraße 32, 04177 Leipzig

Über die Kommunikations- und Medienstrategien der ,Identitären‘ und anderer rechter Akteur_innen.

Ausgehend von einer Vorstellung des Sammelbands „Untergangster des Abendlandes. Ideologie und Rezeption der rechtsextremen ‚Identitären‘“ soll über das Publikations- und Verlagswesen der ,Identitären‘ und anderer rechter Akteur_innen sowie deren Kommunikations- und Medienstrategien gesprochen werden. Außerdem wollen wir politische Gegenstrategien wie die Kampagne #verlagegegenrechts diskutieren.

Mit Judith Goetz und Lisa Mangold

SAMSTAG 17.3.18

Über Rechte schreiben – Zwischen Aufklärung und Sensation

11-12 Uhr, Forum Literatur, Halle 4

Skandale = Quote und Auflage. Doch wir brauchen dringend eine sachliche Auseinandersetzung.

Es liegt in der Verantwortung der Autor*innen, wie sich einem Thema genähert wird. Und gleichzeitig stehen sie unter enormem Druck, denn die Redaktionen fordern Skandalmeldungen für mehr Klicks und höhere Quoten, die Verlage brauchen auflagenstarke Titel. Griffig sollen die Meldungen sein, leicht eingängig, möglichst Aufreger. Soll das der richtige Weg sein, sich mit komplexen Themen wie dem Erstarken der Neuen Rechten auseinanderzusetzen? Wann ist eine Publikation über AfD, Pegida, Identitäre etc. Werbung für ebendiese, wann dient sie der Aufklärung? Können überhaupt die Menschen erreicht werden, die sich diesen Ideologien blind verschrieben haben?

Elisabeth Dietz spricht darüber mit Andreas Speit (Autor, Journalist), Sascha Lobo (Journalist, Kolumnist, Autor), Asal Dardan (Kulturwissenschaftlerin) und Liane Bednarz (Publizistin)

Meinungsfreiheit als Kampfbegriff

13-14 Uhr, Forum Literatur, Halle 5

Meinungsfreiheit ist oft Schutzbehauptung, wenn Kritik inhaltlich nicht mehr begegnet werden kann.

Immer wieder wird behauptet, in Deutschland würde die Meinungsfreiheit nicht mehr gelten, man dürfe vieles nicht mehr sagen. Wie ist es dazu gekommen, dass sich einige in ihrem Recht, sich frei zu äußern, derart eingeschränkt sehen, wenn es faktisch gar nicht der Fall ist? Gleichzeitig muss stärker ausgelotet werden, wo die Grenzen der Meinungsfreiheit sind. Hetze und Beleidigungen sind keine Meinungen, aber die andauernden Tabuverletzungen vom rechten Rand scheinen mehr und mehr die Grenzen des Erträglichen zu verwässern und bislang „Unerhörtes“ alltäglich zu machen. Wie verträgt sich außerdem die künstlerische Freiheit mit der Meinungsfreiheit, wie weit darf Literatur  gehen? Wie ist die historische Entwicklung des Begriffs?

Es diskutieren PEN-Präsidentin Regula Venske, Katja Böhne (Frankfurter Buchmesse), Steffen Ille (Kurt-Tucholsky-Gesellschaft) und Florian Kessler (Hanser) mit Moderatorin Anja Goerz.

Alles Antifeminismus?

14-15 Uhr, Leseforum DIE UNABHÄNGIGEN (Halle 5, H309)

Antifeminismus als wichtiges Bindeglied rechter und reaktionärer Bündnisse

Antifeminismus begegnet uns täglich und rechte Kräfte nutzen das für ihre Kampagnen und Netzwerke. Reaktionäre und rechte Akteure vereinen sich in einer konservativen Vorstellung von Familie und versuchen alte Rollenmodelle und Geschlechterbilder aufrechtzuerhalten. Dafür greifen sie queere Lebensweisen und eine flexible Vorstellung von Geschlecht an und diffamieren feministische Forderungen. Was Antifeminismus bedeuten kann, wohin es führt und was wir ihm entgegensetzen können, wollen wir diskutieren.

Kirsten Achtelik ist Diplom-Sozialwissenschaftlerin, freie Journalistin und Autorin. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind u.a. feministische Theorien und Bewegungen, Schnittstellen mit anderen sozialen Bewegungen v.a. der Behindertenbewegung und Kritik der Gen- und Reproduktionstechnologien. Sie promoviert zum Verhältnis von feministischer, behindertenpolitischer und „Lebensschutz“-Bewegung an der HU Berlin.

Koschka Linkerhand studierte Germanistik und Philosophie und ringt darum, einen materialistischen Feminismus auf den Punkt zu bringen und auch in ihrer pädagogischen Praxis sowie in der schönen Literatur fruchtbar zu machen. Sie hält feministische Emanzipation für das glaubwürdigste aller Glücksversprechen, zumindest für Frauen und Lesben. Herausgeberin und Autorin bei Querverlag Berlin

Lea Schmid lebt irgendwo zwischen Bayern und Sachsen und beschäftigt sich als Sozialwissenschaftler_in schwerpunktmäßig mit dem Bereich Antifeminismus, Queerfeminismus und Bodypositivity. Sie hat das Buch Lookismus mitherausgegeben, erschienen bei Unrast Verlag.

Moderation: Lisa Mangold studierte Politikwissenschaft und Philosophie. Sie arbeitet für den Argument_Ariadne Verlag und hat die Initiative #verlagegegenrechts mitgegründet.

Tabletalk Europe. Demokratiestärkende Diskurse

15-16 Uhr, Forum Sachbuch, Halle 3

An einem Tisch mit der Aktivistin Lesley-Ann Brown (Dänemark)

Aus der Gesprächsreihe „An einem Tisch“ ist ein Netzwerk geworden, das Menschen zusammenbringt, die Erfahrungen mit Migration, Flucht und Exil gemacht haben. Die Aktivistin und Autorin Lesley-Ann Brown (Dänemark) spricht über ihr neues Buch „Decolonial Daugther. Letters from a Black Woman to her European Son“, das im Mai 2018 in den USA und in England bei Repeater Books erscheint. Lesley-Ann Brown ist Initiatorin des Women’s March Copenhagen und die Mitgründerin von „Say it Loud! Poetry Collective of Black and Eomen of Color Poets in Copenhagen. „An einem Tisch“ wurde 2014 von der Kulturwissenschaftlerin Asal Dardan, der Verlegerin Christiane Frohmann und der Autorin Michaela Müller gegründet. Im Oktober organisierten sie in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut Stockholm den „Tabletalk Scandinavia“, bei auch dem Lesley-Ann Brown Gast war.

Keine Alternative in Ostdeutschland?

ABENDVERANSTALTUNG 19-21 Uhr, Cammerspiele

AfD, Pegida & Co. Was sind die Gründe für das Erstarken der Rechten und welche Alternativen gibt es?

Es gibt kaum eine Beschimpfung, denen die Bevölkerung auf dem ehemaligen Gebiet der DDR nicht ausgesetzt gewesen wäre. Trotzdem die Mauer seit mehr als einer Generation gefallen ist, wird die ostdeutsche Vergangenheit als Erklärungsmuster für das derzeitige Erstarken der Rechten herangezogen. Doch es geht weit darüber hinaus: Nicht nur die Herkunft aus einem der neuen Bundesländer scheint ein Garant für eine rechte Gesinnung zu sein, sondern auch ein vermeintlich zu geringes Bildungsniveau oder Armut. Das Märchen von der verlorenen und rechtsgesinnten Unterschicht treibt seit Langem sein Unwesen in der deutschen Medienlandschaft. Dabei trifft dieser Erklärungsansatz gerade die Leute, die am stärksten unter der Ungleichheit und Spaltung der Gesellschaft leiden. Gleichzeitig ist mit dem Aufgeben ganzer Landes- oder Bevölkerungsteile auch nicht denen geholfen, die von rechter Gewalt betroffen sind. Ein Blick auf das Bundesgebiet zeigt, dass weder in der Vergangenheit, noch heute, rechte Gewalt ein rein ostdeutsches Problem ist, sondern vermehrt dort auftritt, wo eine prekäre soziale Situation und mangelnde politische Alternativen den Nährboden für rechte Ideen bilden. Bei dieser Veranstaltung diskutieren Menschen, die Erfahrungen mit dem Erstarken der Rechten gemacht haben, bzw. sich dagegen engagieren, über die Ursachen dafür und werfen einen Blick auf die Vergangenheit und Gegenwart des Ostens der Republik. Eine Analyse, die über vereinfachende Erklärungsmuster hinausgeht, kann helfen, einen anderen Weg einzuschlagen und Antworten zu finden, die nicht nur für Ostdeutschland gültig sind.

Mit Sophie Sumburane, Steve Hollasky, Juliane Nagel, Manja Präkels, René Arnsburg

SONNTAG 18.3.18

Erinnern ohne Zeitzeug*innen? Herausforderungen an eine deutsche Gedenkkultur

10.30 – 11.30 Uhr Forum Politik & Medienbildung, Halle 2

Über die Bedeutung historischer Bildungsarbeit und Gedenken in Zeiten wachsenden Antisemitismus.

Die Journalistin Michaela Maria Müller spricht mit Sascha Feuchert (Professor für Neuere deutsche Literatur mit Schwerpunkt Holocaust- und Lagerliteratur und Writers in Prison-Beauftragter des PEN-Zentrums), Jutta Weduwen (Geschäftsführerin Aktion Sühnezeichen), Eva Leipprand (Bundesvorsitzende VS) und Sebastian Pirling (Heyne) über die Notwendigkeit des Erinnerns und die Angst vor dem Vergessen. In Zeiten, in denen es kaum noch Zeitzeug*innen gibt und Forderungen seitens der AfD laut werden, es möge doch bald mal Schluss sein mit dem ewigen „Schuldkult“. Die britische Autorin Pippa Goldschmidt, Enkelin deutsch-jüdischer NS-Flüchtlinge, hält zu Beginn einen Impulsvortrag über ihren Blick auf die deutsche Erinnerungskultur.

#metoo als Chance – Sexismus und sexualisierte Gewalt im Kulturbetrieb

12-13 Uhr Forum Sachbuch, Halle 5

Millionenfach wurde das Hashtag #metoo seit Oktober 2017 genutzt, um auf die hohe Anzahl von sexueller Gewalt und Belästigung weltweit hinzuweisen, aus Perspektive der Betroffenen. Das Hashtag wurde von der Aktivistin Tarana Burke vorgeschlagen und durch die Schauspielerin Alyssa Milano verbreitet. In den USA warfen eine große Menge an Frauen zahlreichen namentlich genannten Prominenten vor, sie belästigt und vergewaltigt zu haben. In Deutschland war #metoo eine Debatte ohne prominente Namen (Stand Januar 2018). Eine Beobachtung, die Carolin Würfel auf Zeit online formulierte, Namen einforderte und sich anschließend großen Anfeindungen ausgesetzt sah. Mit Carolin WürfelMargarete StokowskiAnne Roth, Christine Lehmann und Maja Das Gupta wird Tania Folaji über die Folgen und Chancen der #metoo-Debatte im deutschen Kulturbetrieb sprechen. Kann ein Hashtag eine feministische Bewegung anführen?